Chemietoilette

Eine Toilette, bei der zur Desinfektion und zur Fäulnisreduzierung, chemische Substanzen zum Einsatz kommen, wird als Chemietoilette bezeichnet.

Bei der Chemietoilette werden in einem Tank alle Fäkalien gesammelt, dabei gibt es Ausführungen mit und auch ohne Spülung. Quartäre Ammoniumverbindungen, Formaldehyd und Glutaraldehyd werden unter anderem als Desinfektionsmittel verwendet.

Problematisch sind allerdings viele dieser Mittel, nachdem diese bei Kläranlagen die biologische Stufe außer Funktion setzen können. Biologisch abbaubare Mittel gibt es aber auch in dem Sortiment. Vor allem dort, wo kein Anschluss an die Kanalisation möglich ist, wird das Prinzip einer Chemietoilette verwendet.

In den häufigsten Fällen sind Chemietoiletten mobile Toiletten. Diese werden auch als Dixi-Klo bezeichnet und dienen für Baustellen, Großveranstaltungen und dienen als Bordtoiletten in Fahrzeugen. Gerade wer gerne und oft campen geht, will natürlich gut ausgerüstet sein und den Urlaub so komfortabel wie möglich gestalten.

Für Campingliebhaber ist eine eigene Toilette beinahe unverzichtbar, nachdem nicht an jedem Ort und zu jeder Zeit sanitäre Anlagen verfügbar sind. Eine chemische Toilette bietet sich hier natürlich an. Für viele Menschen stellt diese eine Alternative zu sanitären, öffentlichen Anlagen dar und sie kann sehr leicht transportiert werden. Auf dem Campingplatz sorgen diese für ausreichende Hygiene, nachdem diese leicht zu bedienen und zu reinigen sind.

An speziellen Stationen z.B. an Raststätten oder auf dem Campingplatz kann die Chemietoilette/ die Chemietoiletten leicht geleert werden.

Alleine in Deutschland sind über 300.000 Wohnmobile registriert, bei denen die überwiegende Zahl mit einer Chemietoilette ausgestattet ist. Weitere beliebte Einsatzorte sind Sportboote, Reisebusse und über eine Millionen Kleingärten.

Die Chemietoiletten und die darin enthaltenen Chemikalien unterliegen keinerlei behördlichen Zulassungsverfahren, sind aber deshalb noch lange nicht unbedenklich. Die Desinfektionsmittel enthalten alle Tenside, Farbstoffe und Duftstoffe. Viele dieser Stoffe wirken stark reizend auf die Atemwege und ein Kontakt kann Allergien und Verätzungen hervorrufen. Eine unsachgemäße Entleerung eines Chemieklos ist ein Straftatbestand, der mit hohen Geldbußen geahndet werden kann. Somit dürfen diese Stoffe nicht in der Landschaft landen und nur sehr stark verdünnt in das Klärsystem geschüttet werden.

Auf die Chemikalien kann zum Teil ganz verzichtet werden, nachdem die Belästigungen durch Gerüche erst nach einigen Tagen einsetzen. Es genügt für wenige Tage, nur Wasser in den Behälter zu geben.

 

 

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